Aurora Borealis, magnetospheric substorm
Aurora Borealis, Magnetospheric Substorm

Aurora Borealis in Schottland

Nicht wenige Menschen möchten im Herbst oder Winter nach Finnland, Nordnorwegen oder gar Island reisen, um die Nordlichter zu sehen. Unser Geschäftsführer und leidenschaftlicher Fotograf, Frank Heumann, hat sich dazu entschlossen, „seine“ Aurora Borealis in Nordschottland zu finden. Noch genauer: Die Isle of Skye steht und stand bereits die vergangenen Jahre im Focus seiner Foto- und Kalenderentwicklungen. Bisher waren aber die Licht- und Wetterverhältnisse eher bescheiden.

Magnetospheric Substorm

Die allerbesten Möglichkeiten zu einer Sichtung hat man auf einer Höhe ca. zwischen dem 60. bis zum 70. Breitengrad. Frank Heumanns Entschluss, sich unterhalb des 58. Breitengrades einzurichten, hängt damit zusammen, dass er seine professionellen Kalender Jahr für Jahr auf der Isle of Skye generiert. Deswegen stellt er sich auch auf ein gewisses Manko ein: Die Nordlichter sind auch hier von der Insel zu sehen. Als sogenannter „Arc“ spannen sie sich hoch im Norden in ca. 1.500 km Entfernung in grüner Farbe auf. Die Sichtungen sind im Gegensatz zu Island oder Finnland relativ überschaubar.

Das menschliche Auge

„Nein, der Mensch kann die Farben nicht wahrnehmen, die sich im Himmel vor oder über ihm abspielen.“ Frank Heumann schildert seine Sichtung auf dem Waternish, einem Arm der Isle of Skye. Hierher hat er sich verzogen – an einen der dunkelsten Orte der bewohnten Nordhemisphere. „Light Pollution spielt hier eine sehr untergeordnete Rolle. Wer die Nordlichter sehen möchte, der sollte sich fern von Häusern oder künstlicher Lichtquellen aufhalten. Aktive Leuchttürme, Kommunen und Städe mindern den fotografischen Moment. Insbesondere die Mondphasen sind zu beachten. Zur Beobachtung ist es notwendig, dass der Mond hinter Wolken verschwindet oder am besten zu 100 Prozent unterhalb des Horizontes steht. Vollmondphasen behindern gute Belichtungen enorm.“

Spannung auf dem Waternish

„Wir hatten 14 Tage eingerechnet. Davon waren die ersten Tage unter Vollmondbedingungen. Um den 13.10.2017 kamen die Ausläufer der ehemaligen tropischen Stürme wie Ophelia zu hinzu“, meint Frank Heumann und setzt fort: „Klar war, dass in Schottland im Oktober durchschnittlich 22 Regentage zu verzeichnen sind. Da bleiben nicht viele Lücken übrig. Nimmt man nun Wetter, Mondstand und Gelegenheit in eine Wahrscheinlichkeitsberechnung auf, so muss man als gelegentlicher Besucher der Location mit einer Chance von 1:100.000 rechnen, dass überhaupt eine Sichtbarkeit wahrgenommen werden kann, geschweige denn ein gutes Foto entsteht. Doch was sich hier, nahe bei Stein entwickelte, war dann schon ein kleiner Wahnsinn …“

Aurora Borealis ist aber doch grün!

Nordlichter, Magnetosphärischer Untersturm

Nordlichter, Magnetosphärischer Untersturm

Die Menschen haben für das Sehen von Farben bestimmte Rezeptoren im Auge, die auf das Tageslicht reagieren. In der Nacht „schaltet“ das Auge „herunter“. Die grauen Rezeptoren werden aktiv und bei schwachem Licht sehen wir dann „alle Katzen grau“. So verhält es sich auch bei einer Aurora-Borealis-Sichtung. Man erkennt nicht, welche Farben da am Himmel vorhanden sind. „Ich hatte das Glück, dass die Milchstraße sichtbar war und dann hat sich alles vermischt.“ Frank Heumann führt begeistert aus: „Da war dieser leichte vorhangartige Schein, den ich über mir wahrnahm. Das war aber nicht am Horizont, sondern hier zwischen dem 57. und 58. Breitengrad, also genau im Zenit über mir.

Ein Blick auf meine Aurora-App bestätigte mir ein mir nicht bekanntes Event: Es handelte sich um einen magnetosphärischen Teilchenaustausch aus der Ionosphäre und den unteren atmosphärischen Schichten. So ein „Event“ passiert „nur“ sechsmal am Tag und ist im Gegensatz zur „klassischen Aurora“ pinkfarben.

Zieht man die Tageszeit ab, so passiert so eine Situation weltweit also nur dreimal am Tag. Nimmt man die Beobachtungszeit dazu, so bleiben in 2 bis 3 Stunden die Möglichkeit auf eine eventuelle Sichtung. An diesem Abend waren alle Inselteile von Wolken bedeckt … bis eben auf dem Waternish, wo ich stand.“

Bei gelegentlicher Beobachtung wie ein Lottogewinn

„Wie gesagt, eigentlich ist die Aurora Borealis für die Kameras grün sichtbar. Der magnetosphärische Event jedoch leuchtet pinkfarben, eine seltene Färbung. Vor ca. 20 Jahren habe ich das unter Wolken auch einmal in Deutschland erlebt. Für eine Stunde leuchtete der Wolkenhimmel in rot. Das war auch so ein Moment wie genau hier auf dem Waternish. Ich hatte also maximal eine halbe bis eine Stunde, bis dieser Event vorbei sein wird. Über mir kräuselte sich sichtbar ein vorhangartiges Licht von Osten nach Westen und nach 15 Minuten erschien am nordwestlichen Horizont so etwas wie eine Farbkerze, die in weiß und pink leuchtete.“

Fisheye mit 180° Himmel

„Als erschwerend an diesem Abend kam der ,gusty Wind‘ dazu. In Böen war dieser zwischen 45 und 70 mp/h, also mit ca. 60 bis 90 Stundenkilometern, an der Küste bestätigt. Im Windschatten meines Fahrzeugs hatte ich also die Kamera auf dem Stativ, habe dieses beschwert, verkantet und mich auch persönlich festgehalten. Also hatte ich definitiv eine 1A-Gelegenheit, die nun nur noch durch den Wind zunichte gemacht werden könnte. Ich hatte Glück. Im Nachgang habe ich die Bilder optisch kontrolliert und habe trotz teilweise 20 Sekunden Belichtungszeit keine qualitativen Einschränkungen hinnehmen müssen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!“

10.000 Fans waren (fast) live dabei

Aurora Borealis

Aurora Borealis

Geschäftsführer Frank Heumann hat mit seinem Facebook-Auftritt „MySkye“ rund 10.000 Followers zusammengebracht. Viele Likes und Kommentare begleiteten seine Aktivitäten in Schottland. Es lohnt sich, auch seine Webseite www.myskye.de anzuschauen.

Kommentar zum Bild

„Diese Aufnahme habe ich liegend unter dem Stativ gemacht. Am unteren Rand erkennt man die klassische Aurora Borealis. Am rechten Rand findet man eine beleuchtete Haussituation. Über dem Kirchengibel sieht man den Rest des magnetosphärischen Untersturms und in der Mitte ganz klar zu sehen, die Milchstraße. Die pinkfarbenen Anteile sind die Reste des Events“, so Frank Heumann.

Trumpan

„Die Kirche, in der ich einige Aufnahmen gemacht hatte, war im Jahr 1578 vom Clan MacDonald brutal überfallen worden. Versteckt vom Nebel haben diese mit einem Boot zur Waternish-Halbinsel übergesetzt und die Kirche in Brand gesetzt. Alle Kirchgänger erlitten einen tragischen Tod bis auf kleines Mädchen, das dem Feuer durch ein extrem kleines Fenster entkam. Der Clan MacLoad rächte die Tat. Alle Angreifer wurden getötet, bevor Sie die Insel verlassen konnten. Siehe auch Wikipedia.

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